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Franz Jägerstätter
„Besser die Hände gefesselt als der Wille!“
 
 
Franz Jägerstätter wurde am 20. Mai 1907 als Sohn der ledigen Bauernmagd Rosalia Huber und des Franz Bachmeier in St. Radegund geboren und hieß ursprünglich Franz Huber. Da die Eltern zu arm waren, um zu heiraten, wurde Franz von seiner Großmutter Elisabeth Huber aufgezogen. Am 19. Februar 1917 heiratete seine Mutter den Bauern Heinrich Jägerstätter, der ihn adoptierte.

Franz arbeitete im Sommer 1927 auf einem Bauernhof in Teising und danach bis 1930 als Bergarbeiter in Eisenerz. Als sein Stiefvater am 8. Mai 1933 kinderlos starb, erbte er den Bauernhof. Am 9. April 1936 heiratete Franz Franziska Schwaninger (4. März 1913 bis 16. März 2013). Der Ehe entstammen die drei Töchter Rosalia (geb. 1937), Maria (geb. 1938) und Aloisia (geb. 1940).

Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Nach seiner Hochzeit besuchte Franz Jägerstätter häufiger die Gottesdienste, las täglich in der Bibel, studierte die kirchlichen Lehrschreiben und las religiöse Literatur. Im Jänner 1938 sah er in einem Traum einen Zug, in den immer mehr Menschen einstiegen, und hörte eine Stimme sagen: „Dieser Zug fährt in die Hölle“. Er deutete diesen Traum als Warnung vor dem Nationalsozialismus, der mit der Lehre der römisch-katholischen Kirche unvereinbar sei.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 lehnte er das ihm angebotene Amt des Bürgermeisters ab. Bei der Volksabstimmung über den Anschluss am 10. April gab er die einzige Nein-Stimme in seinem Ort ab. Die Wahlbehörde unterschlug diese Gegenstimme und meldete eine 100%-ige Zustimmung für den Anschluss. Diesen Tag bezeichnete Franz Jägerstätter später als den „Gründonnerstag Österreichs“, denn „dort ließ sich die Kirche Österreichs gefangen nehmen“. 1940 wurden zehn Ortsbewohner, unter ihnen auch Franz Jägerstätter, in einem Brief als Gegner des Nationalsozialismus denunziert. Der Bürgermeister leitete dieses Schreiben jedoch nicht weiter.

Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen
Am 17. Juni 1940 wurde Franz Jägerstätter nach Braunau am Inn zur Wehrmacht einberufen. Weil er es zu diesem Zeitpunkt „für eine Sünde angesehen habe, den Befehlen des Staates nicht zu gehorchen“, leistete er dort auch den Fahneneid auf Hitler. Er hatte es abgelehnt, um Freistellung anzusuchen, konnte aber durch Intervention des Bürgermeisters nach wenigen Tagen auf seinen Hof zurückkehren. Im Oktober 1940 wurde Jägerstätter zur Grundausbildung als Kraftfahrer nach Enns einberufen. Dort trat er gemeinsam mit dem Soldaten Rudolf Mayr in den Dritten Orden des hl. Franziskus ein. Er wurde auf Ansuchen seiner Heimatgemeinde im April 1941 als „unabkömmlich“ eingestuft und konnte zu seiner Familie zurückkehren. Danach feierte er täglich die heilige Messe mit und war ab dem Sommer 1941 Mesner in der Pfarrkirche St. Radegund.

Die negativen Erfahrungen beim Militär und die Verfolgung der Kirche durch die Nationalsozialisten festigten seinen Entschluss, nicht wieder einzurücken. Er erklärte öffentlich, dass er als gläubiger Katholik keinen Wehrdienst leisten dürfe. Seine Umgebung versuchte ihn umzustimmen. Seine Frau Franziska jedoch unterstützte ihn, obwohl sie sich der Konsequenzen bewusst war.

Inhaftierung und Tod
Am 23. Februar 1943 erhielt Franz Jägerstätter die Einberufung zur Wehrmacht nach Enns. Nach der Erklärung seiner Wehrdienstverweigerung wurde er nach Linz ins Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis gebracht. Am 4. Mai wurde er nach Berlin-Tegel verlegt. Er weigerte sich, seine Wehrdienstverweigerung zu widerrufen.

Am 6. Juli verurteilte ihn das Reichskriegsgericht in Berlin-Charlottenburg zum Tode. Laut Gericht war Jägerstätter bereit, Sanitätsdienst zu leisten, worauf es jedoch nicht einging. Franz Jägerstätter wurde am 9. August 1943 in das Zuchthaus Brandenburg an der Havel gebracht und durch das Fallbeil hingerichtet. Die Urne mit seiner Asche wurde nach Kriegsende nach St. Radegund gebracht und dort am 9. August 1946 beigesetzt. Von Franz Jägerstätter ist der Ausspruch überliefert: „Besser die Hände gefesselt als der Wille!“

Würdigung
Jägerstätters Leben verlief nicht ohne Widersprüche und Brüche. Er verlor als Arbeiter in Eisenerz fast seinen Glauben und wollte danach in ein Kloster eintreten. Er blieb auf Rat seines Pfarrers aber ein Bauer.

Sein Tod sorgt bis heute immer wieder für Kontroversen. Seiner Frau Franziska wurde vielfach der Vorwurf gemacht, sie sei am Tod ihres Mannes mitschuldig. Tatsächlich hatte sie aber sehr wohl versucht, ihren Mann umzustimmen. „Ich habe es dem Franzl nicht ausreden können“, sagte sie in einem Interview. Da Franz Jägerstätter nicht als Widerstandskämpfer anerkannt war, wurde seiner Frau erst 1950 eine Witwenrente zuerkannt. Erst nach heftigen Auseinandersetzungen wurde der Name Franz Jägerstätter unter die Toten des Zweiten Weltkrieges auf dem Kriegerdenkmal von Sankt Radegund aufgenommen.

Obwohl Jägerstätter seinen Glauben konsequent zu leben versuchte, wurde er auch in der katholischen Kirche von vielen wegen seiner Haltung in der Frage des Wehrdiensts abgelehnt. Erst nach Jahrzehnten begann eine langsame Aufarbeitung und Würdigung. Das 1964 erschienene Buch von Gordon C. Zahn (In Solitary Witness. The life and death of Franz Jägerstätter) inspirierte die Friedensbewegung Pax Christi in den Vereinigten Staaten. Axel Corti drehte 1971 einen Film mit dem Titel „Der Fall Jägerstätter“.

Seit 1983 veranstaltet Erna Putz, Jägerstätters Biographin, alljährlich an seinem Todestag Gedenkfeiern. Sein Bauernhof wurde als Gedenk- und Begegnungsort eingerichtet. 1995 beschäftigten sich die vierten Braunauer Zeitgeschichte-Tage unter dem Titel „Notwendiger Verrat“ mit Franz Jägerstätter. Am 7. Mai 1997 hob das Landgericht Berlin das Todesurteil gegen Franz Jägerstätter auf .

Rund um den 100. Geburtstag Jägerstätters erhielt die 94-jährige Franziska Jägerstätter am 20. Mai 2007 in St. Radegund das „Goldene Verdienstzeichen“ der Republik österreich. Drei Jahre später erhielt sie das päpstliche Ehrenzeichen „Pro Ecclesia et Pontifice“.

Seligsprechung
1997 wurde der Seligsprechungsprozess auf diözesaner Ebene eingeleitet. Die Seligsprechung erfolgte am 26. Oktober 2007 im Linzer Mariendom. Als liturgischer Gedenktag wurde der 21. Mai, Jägerstätters Tauftag, festgesetzt.
(Quelle: Wikipedia)
 
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