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Das Theaterstück von Felix Mitterer
 
 
Basierend auf der Lebensgeschichte von Franz Jägerstätter hat der Tiroler Autor Felix Mitterer ein eindrückliches und erstaunlich zeitgemäßes Theaterstück geschrieben. Es gelingt ihm, keine reine historische Heldenverehrung zu formulieren, sondern durchaus auch den ambivalenten Charakter Franz Jägerstätters aufzuzeigen und damit höchst aktuelle Fragestellungen zu thematisieren.

Jägerstätter war zweifellos ein Held, sein Widerstand gegen ein unmenschliches und „gottloses“ Regime historisch bedeutend und menschlich bewundernswert. Er war in seinem Glauben aber auch auf gewisse Weise fanatisch und überließ die geliebte Frau und die vier Töchter zugunsten der höheren Sache ihrem Schicksal (das angesichts seiner Entscheidung lange Zeit ein sehr schweres war). Damit stellt sich nicht nur die Frage, wie es möglich ist, in Ausnahmezuständen sich selbst treu zu bleiben, sondern unweigerlich auch, wie weit man dafür gehen kann und darf. Ein hoch aktuelles Thema. Außerdem führt das Beispiel von Franz Jägerstätter auch zu der Frage, was wichtiger ist: der Glaube an eine überirdische Ideologie oder das Erfüllen irdischer Notwendigkeiten. Auch das angesichts der aktuellen Weltlage höchst brisant.

Neben den moralisch-ethischen Fragen enthält Mitterers Stück aber noch weitere, vor allem auch theatralisch reizvolle Momente. Der Autor beschreibt selbst, dass er nicht von Anfang an begeistert war, als ihn die Anfrage erreichte, ein Stück über Franz Jägerstätter zu schreiben, weil ihm der Fall „so tragisch, so aussichtslos“ erschien, dass er sich „eigentlich lieber davor drücken wollte“. Dann aber entdeckte er bei seinen Recherchen ein paar Dinge, die seine Meinung ändern sollten, und die erfreulicherweise in sein Theaterstück eingeflossen sind:

Erstens: Franz war kein sturer, depressiver Betbruder, kein Sonderling und Außenseiter, für den ich ihn gehalten hatte. Franz war ein fröhlicher, aufrechter, tatkräftiger Mensch. Als erster Radegunder besaß er ein Motorrad, als erster schob er den Kinderwagen durch das Dorf, und bis zu seiner Gewissensentscheidung war er außerordentlich beliebt.“

Zweitens: Ich entdeckte eine große Liebesgeschichte, die zwischen Franz und Franziska, das bewegte mich sehr, das half mir sehr.“

Drittens: Immer hat man behauptet, dass sein Opfer letztlich vollkommen sinnlos war, denn er konnte dadurch ja nichts verändern. Auch das stimmt nicht. Der amerikanische Soziologe Gordon C. Zahn hat nach dem Krieg das erste Buch über Jägerstätter geschrieben, was zur Folge hatte, dass Franz zum Vorbild zahlreicher Kriegsdienstverweigerer in der ganzen Welt wurde. Vor allem auch während des Vietnamkrieges. (...) Und es ist seinem Opfertod zu verdanken, dass im 2. Vatikanischen Konzil die Katholische Kirche endlich das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anerkannte.“
(Mitterer zit. aus dem Vorwort zu „Jägerstätter“, Verlag Haymon)

Das 2013 als Auftragswerk für das Wiener „Theater in der Josefstadt“ entstandene Stück trägt all diesen Dingen Rechnung. Es beinhaltet lebensnahe, nachvollziehbare, in ihrem Ringen um Gerechtigkeit und (individuelle) Wahrheit zutiefst menschliche Charaktere und damit Konfliktsituationen, die es hoch theatralisch machen.

Neben den Hauptfiguren Franz und Franziska und ihrer zur damaligen Zeit durchaus nicht üblichen großen Liebesgeschichte erleben wir Jägerstätters Mutter Rosalia und seine frühere Geliebte Theresia. Das Dorf wird repräsentiert durch den Oberlehrer und späteren Ortsgruppenleiter, den Pfarrer, den Bürgermeister und einen direkten Konkurrenten von Franz, den Großbauernsohn Rudi. Für die offizielle Kirche steht der Bischof von Linz. Das Militär verkörpert ein Offizier und älterer Oberst in Enns. In Berlin begegnet Franz Jägerstätter Dr. Feldmann, seinem Pflichtverteidiger, der ihn, wie viele andere im Stück, von seiner Entscheidung abbringen möchte.
 
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